Abschaffung private krankenversicherung
Die Grünen im Bundestag wollen mit Einführung der Bürgerversicherung das Ende der Privaten Krankenversicherung einläuten. Die hohen Belastungen für die Versicherten übergeht das neue Positionspapier mit einem raffinierten Ablenkungsmanöver. Alle Bürgerinnen und Bürger müssten sich zukünftig einheitlich in der Bürgerversicherung versichern. Für Spekulationen sorgte dagegen der jüngste Beschluss der Grünen Bundestagsfraktion zur Reform des deutschen Krankenversicherungssystems. Eine neue Variante der Bürgerversicherung unter Beibehaltung der Dualität? Bei genauer Betrachtung entpuppt sich der vermeintliche Kurswechsel allerdings als raffiniertes Ablenkungsmanöver. Besonders pikant dabei: Die Grünen holen eine verstaubte Idee aus der Mottenkiste. Denn exakt diesen Vorschlag hatte schon einmal die damalige SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vorgelegt — und ist politisch damit gescheitert. Das Bürgerversicherungsszenario sieht vor, dass Privatversicherte wie GKV-Versicherte einkommensabhängige Beiträge in den Gesundheitsfonds einzahlen.
Abschaffung der privaten Krankenversicherung: Chancen und Risiken
Die Fragestellung des Magazins erweckt allerdings den Eindruck, es könnte für die gesetzlich Versicherten günstiger werden, wenn man auch die vermeintlich Besserverdienenden einbezieht. Tatsache ist jedoch, dass in einer Bürgerversicherung auch gesetzlich Versicherte deutlich mehr bezahlen müssten als heute. Denn wären alle Privatversicherten in der GKV, würden jeder Arztpraxis fast Deshalb erklären selbst SPD und Grüne, dass diese Mittel der medizinischen Infrastruktur nicht entzogen werden dürfen. Eine Kompensation sei unabdingbar. Mehrere namhafte Gesundheitsökonomen haben berechnet, dass sich in diesem Fall der Beitragssatz in der GKV um rund 0,5 Prozentpunkte erhöhen würde. Für einen Durchschnittsverdiener entspräche das einer Zusatzbelastung von mehr als Euro im Jahr. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Argumente gegen das Experiment Bürgerversicherung. Es würde unser hervorragend funktionierendes Gesundheitssystem aufs Spiel setzen und nur Verlierer erzeugen. Vor allem wäre eine Bürgerversicherung der Beginn einer echten "Zwei-Klassen-Medizin.
| Die Zukunft der privaten Krankenversicherung | Die Grünen im Bundestag wollen mit Einführung der Bürgerversicherung das Ende der Privaten Krankenversicherung einläuten. Die hohen Belastungen für die Versicherten übergeht das neue Positionspapier mit einem raffinierten Ablenkungsmanöver. |
| Vorteile einer vollständigen Abschaffung der privaten Krankenversicherung | Berlin — Die Bertelsmann-Stiftung hat mit einer neuen Analyse durch das Berliner IGES-Institut eine erneute Debatte um die Abschaffung der privaten Krankenversicherung PKV ausgelöst. Würden die durch den Wegfall der PKV anfallenden Honorarverluste der Ärzte ausgeglichen, wären es 48 Euro jährlich, so die Berechnungen. |
| Die Debatte um die Abschaffung der privaten Krankenversicherung in Deutschland | Corona hat uns alle vor eine noch nie dagewesene Herausforderung gestellt. Doch dank unseres Gesundheitssystems mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat Deutschland die Krise im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut gemeistert. |
Die Zukunft der privaten Krankenversicherung
Berlin — Die Bertelsmann-Stiftung hat mit einer neuen Analyse durch das Berliner IGES-Institut eine erneute Debatte um die Abschaffung der privaten Krankenversicherung PKV ausgelöst. Würden die durch den Wegfall der PKV anfallenden Honorarverluste der Ärzte ausgeglichen, wären es 48 Euro jährlich, so die Berechnungen. Die Verbesserungen führt das IGES-Institut auf ein in doppelter Hinsicht günstigeres Risikoprofils der Privatversicherten zurück. Diese verfügten im Schnitt über ein um 56 Prozent höheres Einkommen als gesetzlich Versicherte. Das führe zu einem deutlich höheren Beitragsaufkommen. Darüber hinaus seien Privatversicherte gesünder. Der Analyse zufolge liegt der Anteil der PKV-Versicherten mit mindestens einem Krankenhausaufenthalt pro Jahr mit 17 Prozent deutlich geringer als bei GKV-Versicherten 23 Prozent. In der Analyse untersuchten die Autoren am Beispiel Bayerns auch den Zusammenhang zwischen der regionalen Verteilung von Privatversicherten und der Niederlassung von Ärzten. Bertelsmann betonte, man könne in der Studie zwar keinen ursächlichen Zusammenhang dafür nachweisen.
Vorteile einer vollständigen Abschaffung der privaten Krankenversicherung
Mehr Leistung, mehr Ausgaben , ob aber auch die Beiträge steigen, ist offen. Das nährt bei der Mehrheit den Verdacht, dass die Privatpatienten medizinisch besser behandelt werden. Dafür gibt es keine Belege. Aber allein die Vorstellung, dass elf Prozent der Bevölkerung leichteren Zugang zu wichtigen Behandlungen haben, führt zu einem Gefühl der Diskriminierung. Dass es sich hierbei um besser verdienende Angestellte, Selbständige und Beamte handelt, denn nur die dürfen in die PKV, verstärkt die Verärgerung bei der Mehrheit noch. Die privaten Versicherer halten dagegen. Ohne sie würden auch die gesetzlich Versicherten schlechter behandelt, argumentieren sie. Das Fazit der Privaten: Nur weil es die PKV-Patienten gibt, können sich die Ärzte die guten Geräte anschaffen, von denen dann auch die gesetzlich Versicherten profitieren. Das Argument ist hohl. Wären die Systeme tatsächlich getrennt, müssten die privaten Krankenversicherer also ein eigenes Netz von Ärzten und Krankenhäusern aufbauen und vorhalten, wären sie sofort pleite.