1. schöpfungsbericht entstehung
Die Schöpfungsgeschichte des Jahwisten ist die im Bibeltext zweite, vermutlich aber ältere der beiden voneinander verschiedenen Schöpfungsgeschichten der Genesis. Sie umfasst den Text Gen 2,4b—25 EU. Im Bibeltext geht die sogenannte priesterschriftliche Schöpfungsgeschichte , Gen 1,1—2,4a EU voraus. Die Zitate in diesem Artikel sind der Einheitsübersetzung entnommen Text: EU. Die traditionelle Datierung von Gen 2,4b—25 EU lautete: der Text sei etwa im Jahrhundert v. Da hinsichtlich des Jahwisten in der aktuellen Forschung alles zur Disposition steht, beschränkt sich der Kontext von Gen 2,4b—25 EU auf die Urgeschichte Gen 1—11 , die innerhalb des Pentateuch eine gewisse Eigenständigkeit hat. Jan Christian Gertz sieht hier eine vor-priesterschriftliche Geschichte von Schöpfung und Flut, die mit Gen 8,20—22 endete und von einer nach-priesterschriftlichen Redaktion überarbeitet wurde. Das Interesse am guten, lebensförderlichen Handeln und damit die Frage nach der Möglichkeit gelingenden Lebens trotz Ambivalenzerfahrungen sind typisch weisheitlich.
Schöpfungsbericht: Die Entstehung des Universums
Die "Schöpfungsgeschichte" der Bibel ist kein wortwörtlich zu verstehender Bericht. Dass Theologie und Kirche jahrhundertelang darauf bestanden, hat viel Schaden angerichtet und den tieferen Sinn der biblischen Botschaft getrübt. Bei näherem Hinsehen fallen Strophen und Kehrverse auf, rhythmisch interessante Passagen und ein hohes sprachliches Niveau. Poesie folgt anderen Regeln als Berichte, muss anders gelesen werden als ein Protokoll. Diese erste Zeile ist die wichtigste. Gott war es. Der Gott Israels. Nicht ein gut meinendes oder blind wütendes Schicksal. Nicht eine der Gottheiten der assyrischen und babylonischen oder ägyptischen Nachbarn. Nicht eine jener mythischen Figuren, die sich angeblich nach abstrusen Götterschlachten und Intrigen durchgesetzt hat. In steter Kontroverse mit den Nachbarkulten widerspricht Israel heftig und formuliert seinen eigenen Glauben aus: Gott war es. Unser Gott. Der Widerspruch fällt insofern besonders heftig aus, als Israel den Wortlaut des babylonischen Schöpfungsmythos, "der seinerzeit besten Erkenntnis", weitgehend übernimmt, ihn aber "entmythologisiert", "unseren Gott" überall da in den Text einsetzt, wo von anderen Gottheiten die Rede ist.
| Ursprung der Welt: Eine Analyse des Schöpfungsberichts | Wie ist die Welt entstanden? In der Bibel sind mehrere Berichte zur Entstehung der Schöpfung zu finden - alles unterschiedliche Erzählungen. |
| Die Bibel und die Schöpfung: Entstehungsmythen | Was aber berichtet die Bibel nun vom Werden und damit vom Wesen des Menschen und der Menschheit? Sie antwortet - wenn wir es genau nehmen - mit zwei ursprünglich selbständigen und auch unterschiedlich alten Werde-Erzählungen, nämlich mit dem Schöpfungsbericht von Gen 1 und noch einmal einem zweiten Bericht über die Schöpfung, der in Gen 2 festgehalten ist. |
| Schöpfungsbericht und moderne Kosmologie: Eine vergleichende Studie | Die Schöpfungsgeschichte des Jahwisten ist die im Bibeltext zweite, vermutlich aber ältere der beiden voneinander verschiedenen Schöpfungsgeschichten der Genesis. Sie umfasst den Text Gen 2,4b—25 EU. |
Ursprung der Welt: Eine Analyse des Schöpfungsberichts
Was aber berichtet die Bibel nun vom Werden und damit vom Wesen des Menschen und der Menschheit? Sie antwortet - wenn wir es genau nehmen - mit zwei ursprünglich selbständigen und auch unterschiedlich alten Werde-Erzählungen, nämlich mit dem Schöpfungsbericht von Gen 1 und noch einmal einem zweiten Bericht über die Schöpfung, der in Gen 2 festgehalten ist. Beide Texte stammen - wie wir in der Einführung ja bereits festgestellt haben - sowohl aus unterschiedlichen Zeiten als auch aus unterschiedlichen Milieus. Der ältere Text entstammt der sogenannten "jahwistischen" Tradition "J". Er liegt in Gen 2,4b vor und ist gleichzeitig die Eröffnung für die Schilderung vom Fall des Menschen in Gen 3. Für dieses dramatisch geschilderte Ereignis bereitet er gleichsam die Bühne vor. Niedergeschrieben wurde dieser Text mit einiger Wahrscheinlichkeit von einem Theologen am Hof König Salomos, also - ganz grob gesagt - im Jahrhundert v. Der Verfasser konnte sich dabei auf eine Reihe von Erzählungen stützen, die im Umfeld Israels überliefert wurden.
Die Bibel und die Schöpfung: Entstehungsmythen
Am dritten Tag machte Gott das Land. Es sollte nicht überall nur Wasser sein - es musste festen Boden geben, auf dem die Menschen und Tiere leben können. Und das Meer sollte es geben für die Tiere, die im Wasser leben. Dafür sammelte er das Wasser an einem Ort, so dass einige Stellen auf der Erde trocken wurden. Gott nannte diese Stellen "Land" und das angesammelte Wasser "Meer". Gott sah, dass es gut war. Er machte am selben Tag auch die Pflanzen und Fruchtbäume mit Samen, so dass es immer wieder neue Pflanzen gibt. Diese wuchsen in der Erde an Land. Auch der dritte Tag war jetzt vorbei. Am vierten Tag machte Gott Sonne, Mond und Sterne. Es sollte zwei Lichter geben, die immer leuchten und den Menschen zeigen, ob es Tag oder Nacht ist. Gemeinsam mit der Sonne und dem Mond setzte er Sterne an den Himmel. Sie sollten über der Erde leuchten. Der vierte Tag war vorbei. Der Mond, die Sonne und die Sterne leuchteten jetzt auch am Himmel. Am fünften Tag machte Gott die Fische und die Vögel. Die Fische können im Meer schwimmen und die Vögel am Himmel fliegen.